Tagesausflug nach Volendam, Marken und Edam ab Amsterdam
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Kann man Volendam, Marken und Edam an einem Tag von Amsterdam aus besuchen?
Ja. Den Bus nach Volendam nehmen (30 Min), Fähre nach Marken (April–Oktober), Bus zurück nach Edam und Bus nach Amsterdam. 7–8 Stunden für alle drei einplanen.
Drei sehr unterschiedliche Dörfer, ein sehr guter Tag
Volendam, Marken und Edam liegen innerhalb von 15 km voneinander am westlichen Ufer des IJmeer-Sees, nördlich von Amsterdam – und sie könnten in ihrem Charakter kaum unterschiedlicher sein. Volendam ist ein arbeitender Fischerhafen, der zum Touristenmagneten geworden ist, mit bemalten Holzhäusern, frischem Räucheraal und traditionellen Kostüm-Fotostudios. Marken ist eine winzige, inselartige Halbinsel mit nur wenigen Hundert Menschen, deren schwarz-grüne Holzhäuser sich um einen Hafen scharen, der sich seit dem 19. Jahrhundert völlig unverändert anfühlt. Edam ist das lebens- und liebenswerteste der drei: eine wohlhabende Käsestadt mit intakten Kanälen, einem Wiegehaus aus dem 16. Jahrhundert und fast keinem Massentourismus.
Zusammen bilden sie einen der befriedigendsten Tagesausflüge von Amsterdam, der echte niederländische Geschichte mit Seeblick, Käse-Verkostungen und Bootsüberfahrten kombiniert.
Anreise von Amsterdam
Mit dem öffentlichen Bus (selbstständiges Reisen)
Die einfachste selbstständige Route besucht Volendam zuerst:
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Amsterdam Centraal → Volendam: Bus 316 oder 312 vom Busbahnhof unter Amsterdam Centraal (Stationsplein, Nordseite). Reisezeit 30 Minuten; Frequenz alle 15–30 Minuten. Fahrpreis ca. 4 € mit kontaktloser Karte oder OV-chipkaart.
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Volendam → Marken (April–Oktober): Fähre vom Volendamer Hafen, betrieben von Marken Express. Reisezeit 35 Minuten über das IJmeer. Erwachsenenticket ca. 10 € einfach, 16 € hin und zurück. Am Dock oder über die Marken-Express-Website buchen. Hinweis: Die Fähre fährt November–März nicht; stattdessen Bus 315 von Edam nehmen.
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Marken → Edam: Bus 315 von Marken nach Edam (20 Min, ca. 2,50 €).
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Edam → Amsterdam: Bus 316 von Edam nach Amsterdam Centraal (35 Min, ca. 4,50 €).
Mit einer geführten Tagestour (empfohlen)
Eine Edam, Volendam und Marken Ganztagesführung erledigt alle Verbindungen, beinhaltet einen lokalen Führer für Kontext und beinhaltet oft eine Kanalbootfahrt durch den Markener Hafen und eine Käse- und Holzschuh-Demonstration. Für Besucher, die alle drei Dörfer sehen möchten, ohne das Bus- und Fährsystem navigieren zu müssen, ist eine Tour bei ca. 40–55 € pro Person wirklich gut.
Die Marken, Volendam und Edam Bus-und-Boot-Tour kombiniert Bus für die Hinfahrt und Fähre für die Rückkehr, was eine der schönsten Möglichkeiten ist, den Tag zu erleben.
Was in jedem Dorf zu sehen ist
Volendam
Volendams Hafenfront ist die touristischste der drei – Souvenirläden, Aalstände und Fotostudios erwarten einen, wo man sich für ein Porträt in traditionelles Volendammer Kostüm kleiden kann. Unter der Touristenschicht steckt eine echte Gemeinschaft mit einer starken katholischen Fischeridentität und echtem Stolz auf lokale Traditionen.
Der Hafen: Die Dijk (Deichstraße) für den klassischen Blick auf bemalte Häuser über dem Wasser entlanglaufen. Der Räucheraal (Gerookte Paling), der an kleinen Ständen verkauft wird, ist ein echter lokaler Artikel; er ist ziemlich gut, und 3–4 € für eine Portion.
Volendam Museum: Ein kleines Stadtmuseum mit Ausstellungen zu Kostüm, Fischereigeschichte und der bemerkenswerten Sammlung von Zigarrenbanderolen, die von der lokalen Legende Opa Sier zu Wandgemälden zusammengefügt wurden. Eintritt ca. 5 €.
Kostüm-Foto: Ein etwas kitschiges, aber einprägsames Erlebnis. Studios reihen sich am Hafen auf und haben einen innerhalb von Minuten in weißer Kappe und traditionellem Kleid. Ab ca. 12 € für ein gedrucktes Foto.
1,5–2 Stunden in Volendam einplanen.
Marken
Marken war bis zum Bau eines Damms im Jahr 1957 eine Insel, und es hat den Charakter einer isolierten Gemeinschaft beibehalten, die jahrhundertelang begrenzten Kontakt mit dem Festland hatte. Das traditionelle Markener Kostüm (noch immer von einigen älteren Bewohnern sonntags und an Festtagen getragen) unterscheidet sich deutlich von Volendams; die Häuser – schwarz mit grünen Fensterläden bemalt, auf Stelzen oder erhöhten Hügeln namens Terpen gebaut – sind einzigartig in den Niederlanden.
Das Hafengebiet: Um das Havenbuurt-Viertel spazieren, wo die ältesten Stelzenhäuser sich scharen. Die meisten sind Privatwohnungen; ruhig gehen und Bewohner respektieren.
Das Marker Museum: Ein kleines Museum in fünf der traditionellen grünen Häuser, das die Geschichte des Insellebens erzählt. Eintritt ca. 3 €.
Die Windmühle: Eine kleine dekorative Windmühle am Eingang des Dorfes markiert den Beginn des historischen Kerns.
1–1,5 Stunden in Marken einplanen.
Edam
Edam ist die lohnendste der drei für Reisende, die Tiefe dem Spektakel vorziehen. Sein Käse wird seit dem 15. Jahrhundert exportiert – jene berühmten runden Kugeln mit roter Wachsbeschichtung wurden speziell für den Export konzipiert; die Einheimischen aßen ihn immer ohne Wachs. Das Stadtzentrum mit seiner Zugbrücke, dem Wiegehaus aus dem 17. Jahrhundert und den restaurierten Kanalhäusern ist architektonisch intakt und wirklich charmant.
Der Kaasmarkt (Käsemarkt): Das historische Käse-Wiegehaus (Waaggebouw) steht noch am Marktplatz. An Mittwochmorgen im Juli und August findet ein kleiner Käsemarkt statt. Ein Käseladen im Wiegehaus verkauft Edam-Käse das ganze Jahr; Verkostungen verfügbar.
Edam Museum: Untergebracht in einem Kaufmannshaus aus dem 16. Jahrhundert; das interessanteste Merkmal ist der schwimmende Keller – ein Raum, der in einen Schiffsrumpf eingebaut ist, der mit dem Wasserstand steigt und fällt. Eintritt ca. 4 €.
Die Kanäle: Edams kleines Kanalnetz lässt sich am besten mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Mehrere Brücken und Schleusen sind malerisch.
1,5–2 Stunden in Edam einplanen.
Saisonale Hinweise
April–Oktober: Die Volendam–Marken-Fähre fährt und alle drei Dörfer sind am aktivsten. Volendam insbesondere ist an Sommerwochenenden sehr voll.
November–März: Die Fähre fährt nicht. Man kann alle drei trotzdem per Bus besuchen (Volendam und Edam teilen Bus 316; Marken wird von Bus 315 von Edam aus bedient), aber das Erlebnis ist ruhiger und einige kleinere Museen haben möglicherweise reduzierte Öffnungszeiten. Die Winteratmosphäre in Marken ist wirklich schön – neblig, ruhig und überhaupt nicht touristisch.
Mittwochmorgen im Sommer: Zuerst nach Edam fahren, um die Käsemarkt-Demonstration zu sehen (nur Juli–August).
Mit Zaanse Schans kombinieren
Eine sehr beliebte Kombination ist Zaanse Schans + Volendam/Marken/Edam an einem einzigen Tag. Touren wie die Zaanse Schans, Edam, Volendam und Marken Bus-Tour decken alle vier Stätten an einem Tag ab. Das ist ein langer, voller Tag (typischerweise 9 Stunden), aber für aktive Reisende machbar. Nicht versuchen, Keukenhof am selben Tag im Frühling hinzuzufügen; es verdient seinen eigenen Besuch.
Den besten Tagesausflügen von Amsterdam für einen Vergleich aller Tagesausflugoptionen lesen.
Praktische Tipps
- Bargeld mitbringen: Marken hat insbesondere an kleineren Ständen und Museen begrenzte Kartenzahlungsoptionen.
- Fahrräder: Die Radroute von Amsterdam nördlich durch Waterland nach Volendam ist eine der besten Fahrten in der Region. Ein Fahrrad in Amsterdam mieten oder an der Waterland-Radtour von Amsterdam teilnehmen.
- Edam-Käse zum Mitnehmen: Ganze Runden halten gut und machen ausgezeichnete Geschenke. Der 48+ gereifte Edam (Donkere Korst) ist im Geschmack komplexer als die milde junge Version.
- Volendam am Abend: Wenn man den letzten Bus (ca. 22:00 Uhr) verpasst, kosten Taxis nach Amsterdam 35–45 €.
- Der Radfahren-in-Amsterdam-Leitfaden deckt Fahrradverleih-Optionen ab, wenn man einen Teil der Route radfahren möchte.
Für Transportdetails den Züge- und Tagesausflüge-von-Amsterdam-Leitfaden lesen.
Edam-Käse: das echte Ding versus die Touristenversion
Edam-Käse (Edammer Kaas) wird in dieser Region seit mindestens dem 14. Jahrhundert produziert und war eines der am meisten exportierten Lebensmittel im niederländischen Goldenen Zeitalter – eine Kugel Käse mit roter Wachsbeschichtung, konzipiert, um lange Seereisen ins Mittelmeer, in die Ostsee und darüber hinaus zu überstehen.
Der klassische Touristen-„Edam-Käse”, der am Bloemenmarkt in Amsterdam und in Souvenirläden verkauft wird, ist typischerweise eine milde, junge Version (junger Edam, 4 Wochen), die eine weiche Textur und einen leichten Geschmack hat. Das ist nicht der beste verfügbare Edam.
Was man in Edam kaufen sollte: Die gereiften Versionen in lokalen Käseläden suchen:
- Belegen Edam (12–16 Wochen): Entwickelterer Geschmack, festere Textur
- Extra belegen (16–24 Wochen): Nussig und leicht kristallin
- Oud/48+ gereift (über 6 Monate): Komplex, fest, hervorragend zu Bier oder Wein
Die Käseläden nahe dem Waagplein in Edam haben das vollständige Sortiment und lassen einen vor dem Kauf kosten. Preise sind niedriger als in touristisch ausgerichteten Amsterdamer Läden. Eine Runde gereifter Edam kostet ca. 12–18 € und reist in einer Kühltasche gut.
Das IJmeer und die Zuiderzee-Geschichte
Volendam, Marken und Edam liegen alle am Ufer dessen, was heute IJmeer genannt wird – dem flachen See, der Noord-Holland von den östlich gelegenen Polder-Rekultivierungsgebieten trennt. Bis 1932 war das das südliche Ende der Zuiderzee (Südersee), ein Meeresinlet der Nordsee, das sich tief in das niederländische Innere erstreckte.
Die Schließung der Zuiderzee durch den Afsluitdijk (Damm, 1932) verwandelte die Geographie der Region dramatisch. Das salzige Meeresinlet wurde zu einem brackigen und schließlich Süßwassersee, wodurch der Heringsfischfang endete, der seit Jahrhunderten die wirtschaftliche Grundlage von Volendam, Marken und Edam gewesen war. Fischergemeinschaften mussten sich anpassen; Volendam wandelte sich früher zum Tourismus als Marken, weshalb Volendam eine ausgefeiltere Touristeninfrastruktur hat, während Marken mehr von seinem isolierten Charakter bewahrt.
Der Afsluitdijk selbst (32 km lang, die A7-Autobahn tragend) ist als Tagesausflug von Amsterdam zugänglich und vermittelt ein Gefühl für den technischen Ehrgeiz, der das moderne Niederlande geschaffen hat.
Die Geschichte hinter den Kostümtraditionen
Die traditionellen Kostüme von Volendam und Marken sind keine Touristenerfindungen. Sie entwickelten sich über Jahrhunderte als Kleidung isolierter Fischergemeinden, die begrenzten Kontakt mit der Außenwelt hatten.
Volendammer Kostüm: Die klassische weiße Spitzenkappe (Kap) und der dunkle Streifenrock der Volendammer Frauen sowie die weiten schwarzen Hosen und Holzschuhe der Volendammer Männer waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts Alltagskleidung. Die katholische Identität Volendams (im Gegensatz zum calvinistischen Rest der Niederlande) drückt sich teilweise durch den Reichtum der Stickerei und die Förmlichkeit des Kostüms aus. Heute wird es bei wichtigen Anlässen (Familienfotos, Kirchenfeste) und für Touristen getragen.
Markener Kostüm: Noch charakteristischer – das Markener Kostüm ist einzigartig für die Inselgemeinschaft mit eigenen Farbkombinationen und Stickmustern. Frauenkappen unterscheiden sich je nach Lebensphase (unverheiratet, verheiratet, verwitwet). Da Marken bis 1957 eine Insel war, wurden ihre Traditionen länger als in Festlandgemeinden bewahrt.
Warum Edam keine Kostümtradition hat: Edam war immer kommerziell stärker mit den breiteren Niederlanden verbunden, und seine Kostümtraditionen assimilierten früher. Edams Identität wird durch Käse, nicht durch Kleidung definiert.
Radfahren zwischen den drei Dörfern
Die Radroute, die Volendam, Marken und Edam verbindet, ist bei gutem Wetter hervorragend und lässt einen im eigenen Tempo zwischen den dreien bewegen:
Volendam → Marken (Fähre, April–Oktober): Die malerischste Verbindung. Die Marken-Express-Fähre überquert das IJmeer in 35 Minuten mit Blick auf die Amsterdamer Skyline und die flache Noord-Holland-Küste.
Marken → Edam (Radfahren, 12 km): Folgt der Straße entlang des IJmeer-Ufers durch typische niederländische Polderlandschaft. 45–60 Minuten auf einer flachen Route einplanen.
Edam → Amsterdam (Bus): Bus 316 fährt direkt nach Amsterdam Centraal zurück (35 Min).
Gesamter Radweg: ca. 12 km von Marken nach Edam. Fahrräder können in Volendam von mehreren Läden nahe dem Hafen gemietet werden.
Für Radfahrratschläge den Radfahren-in-Amsterdam-Leitfaden und Fahrradverleih in Amsterdam lesen.
Häufig gestellte Fragen über Volendam, Marken und Edam
Lohnt sich Volendam?
Volendam ist zweifellos touristisch, hat aber echten Charme darunter – der Hafen ist fotogen, der Räucheraal ist echt, und das Museum ist interessant. Es ist ein lohnenswerter Stopp statt ein eigenständiges Ziel. Kombiniert mit Marken und Edam machen die drei Dörfer einen hervorragenden Tag.
Was kostet die Volendam–Marken-Fähre?
Die Marken-Express-Fähre kostet ca. 10 € einfach oder 16 € hin und zurück pro Erwachsenem (2026-Preise). Kinder unter 3 Jahren kostenlos; unter 12 Jahren ca. zum halben Preis. Die Fähre fährt nur April bis Oktober.
Kann man Edam besuchen, ohne den Käsemarkt zu sehen?
Ja. Der Käsemarkt findet nur an Mittwochmorgen im Juli und August statt, aber Edam lohnt sich jederzeit für seine Kanalarchitektur und das Edam Museum.
Ist Marken nur per Fähre erreichbar?
Nein. Bus 315 verbindet Marken das ganze Jahr über mit Edam über den Damm, was es auch zugänglich macht, wenn die Volendammer Fähre nicht fährt. Die Fähre ist einfach die angenehmste Anreisemöglichkeit, wenn sie in Betrieb ist.
Wo kann man in Volendam essen?
Die Hafenfront hat zahlreiche Fischrestaurants. Der Räucheraal (Paling) und der rohe Hering von Ständen nahe dem Hafen sind beide einen Versuch wert. Preise sind auf Touristenniveau; 15–25 € für ein sitzendes Fischmittagessen erwarten.